Künstliche Mineralfasern (KMF)

Künstliche Mineralfasern (KMF) sind anorganische Fasern, die aus Glas- oder Steinschmelzen in verschiedenen Verfahren zerblasen oder zerschleudert werden. Durch dieses Verfahren entsteht ein Faservlies.

Großer Vorteil der KMF ist seine Beständigkeit gegen Schimmel, Fäulnis, Ungeziefer, und ihre ausgezeichneten wärmeisolierenden und feuerbeständigen Eigenschaften. Das Einsatzgebiet der KMF erstreckt sich somit von der einfachen Wärmedämmung bis hin zu Akustikdecken und Filzmatten.

Bei einem unsachgemäßen Umgang mit den KMF kann es zu Haut- und Atemwegsreizungen kommen. Ältere Fasern sind zusätzlich noch als krebserzeugend eingestuft. Durch den hohen Kanzerogenitätsindex (KI), welche sich auf die Biolöslichkeit im menschlichen Körper bezieht und die Lungengängigkeit bei einem Faserdurchmesser < 3 µm und einer Faserlänge < 5 µm, können sich somit Fasern in der Lunge festsetzen und Lungenkrebs erzeugen.

Bei Arbeiten mit KMF ist auf den persönlichen Schutz der Arbeiter als auch auf das Eindämmen der freigesetzten Fasern größte Acht zu geben. Als Schutzmittel sind Atemschutzmasken und Schutzanzüge als auch eine geregelte Luftführung unabdingbar.

Arbeiten mit KMF fallen in die TRGS 521 als auch in die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und müssen besonders gehandhabt werden.

Durch die Einstufung als *gefährlicher Abfall* ist eine Entsorgung von KMF-haltigen Stoffen in jedem Fall über sie Sonderabfallbehörde Berlin Brandenburg (SBB) anzudienen und detailliert über das Elektronische Nachweisverfahren (ENV) nachzuweisen.

Mögliche Abfallschlüssel Nummern (AVV-Nr.) sind:

17 06 03*andere Dämmmaterialien, die aus gefährlichen Stoffen bestehen oder solche enthalten